Roadtrip Südstaaten / Florida – von Memphis nach New Orleans

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Roadtrip Südstaaten / Florida – von Memphis nach New Orleans

08.11. – 4.12.2017

On the way to Memphis

Bevor wir uns auf die große Tour machten, sind wir zu einem Walmart gefahren, um uns mit allem Notwendigen einzudecken. Dazu gehörten nicht nur Lebensmittel, sondern natürlich auch Hygieneartikel wie z.B. Seife und Küchenpapier. Wer noch nie in einem amerikanischen Supermarkt war, kommt sich wie in einer anderen Welt vor. Großpackungen so weit das Auge reicht und hier sind nicht die 100g Bonus gemeint, die manchmal auf Verpackungen in Deutschland stehen. Milch gibt es nicht unter 2 Liter, 1 kg abgepacktes Hackfleisch ist wenig und von dem Frühstücksaufschnitt hätten wir uns ein halbes Jahr ernähren können (weshalb wir dann zu Aldi gefahren sind).

Mit einem komplett ausgestatteten Wohnmobil machten wir uns auf den Weg nach Memphis. Da dies in einer Tour nicht zu schaffen war und wir dies auch Mattis nicht zumuten wollten, übernachteten wir auf einem kleinen Campingplatz in der Nähe von Birmingham. Vom Jetlag geplagt fuhren wir am nächsten Morgen auch schon gegen 6 Uhr früh weiter. Wir machten in Tupelo, der Geburtsstätte von Elvis, Pause, damit Mattis aus seinem Kindersitz heraus und gestillt werden konnte. Das Geburtshaus haben wir uns jedoch nicht angeschaut, stattdessen noch mit fehlenden Materialien im Walmart eingedeckt (fällt meist erst auf, wenn man es nicht hat). Danach ging es ohne Zwischenstopp weiter nach Memphis.

 

Memphis

Wir übernachteten auf dem Campingplatz direkt neben Graceland und checkten für zwei Nächte ein. Da wir nun schon mal da waren, wollten wir uns auch das riesige Anwesen von Elvis anschauen, doch die 60$ Eintritt pro Person für die kürzeste Führung schreckten uns ab und wir erkundeten dementsprechend alles, was kostenlos zu erreichen war. Diese enormen Preise zahlt man sicherlich nur, wenn man absoluter Elvisfan ist.

Am nächsten Morgen wollten wir nach Downtown, da unser Campingplatz jedoch etwas außerhalb lag und kein Shuttle angeboten wurde, fuhren wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt (in diesem Fall der Bus). Im Bus fiel uns erneut auf, dass wir trotz (sehr) guter Englischkenntnisse, die Einheimischen kaum verstanden (in den Südstaaten ist der Dialekt sehr extrem). Auch beim zweiten, dritten Mal Nachfragen, stand ein Fragezeichen in unserem Gesicht. Irgendwann verstanden wir auch, dass wir den Bus nur passend bezahlen konnten (wichtig zu wissen, wenn man in Memphis mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren möchte). Der Kinderwagen konnte problemlos mitgenommen werden, sollte jedoch eingeklappt werden, wenn er andere Fahrgäste stören sollte. Wir wollten mit einem Schaufelraddampfer fahren, doch leider fuhren keine Schiffe, was eventuell am Veteransday gelegen haben könnte. Auch in Downtown war nicht viel los. Wie liefen die Beale Street einmal rauf und wieder runter und gingen kurz am Mississippi spazieren. Danach fuhren wir wieder zurück zum Campingplatz, um zu beschließen, dass für uns eine Nacht in Memphis ausreichend ist.

Abschließend lässt sich zu Memphis sagen, dass es ohne Baby wahrscheinlich auch für zwei Nächte lohnenswert gewesen wäre, da die Beale Street am Abend als Bar- und Partymeile sehr ansprechend ist und auch die Musikmuseen interessant sein können. Hinzu kam, dass es schon relativ kalt war und wir es vorzogen, Richtung Süden weiterzuziehen.

 

On the way to New Orleans

Auch hier wollten wir die Tour nicht an einem Stück fahren und übernachteten in Vicksburg, einer Stadt am Mississippi. Da wir in Memphis schon nicht mit einem traditionellen Dampfer gefahren sind, wollten wir dies am nächsten Morgen in Vicksburg machen. Aber es kam wieder anders und Schuld war der Jetlag. Früh wach, fuhren wir Richtung Jacksonville bzw. zu den Cyprus Swamps, die am Natchez Trace Parkway liegen. Wie sich herausstellte, war dies ein Umweg von ca. 1,5 Stunden, aber uns hetzte ja keiner und wir konnten bei schönem Wetter die Landschaft genießen. Die Cyprus Swamps waren nett, aber nicht so spektakulär, dass sich ein Umweg lohnt. Es ist ein kleiner Wald mit Sumpfgebiet, in denen die Zypressen stehen. Krokodile und andere heimische Tiere sollen auch zu sehen sein, aber uns zeigten sie sich nicht. Mattis setzten wir bei dem Rundgang in die Deuter Kraxe, so dass er viel sehen konnte. Nach ca. 45 Minuten machten wir uns auf den Weg nach New Orleans.

 

New Orleans

Schon die Fahrt in die Stadt war faszinierend. Mehrere Meilen fuhren wir nur auf Brücken, die über Sümpfe und Seen führten (unbedingt einmal auf der Karte anschauen). Überall Wasser, so weit das Auge reichte (kein Wunder, dass ein Hurrikan hier so viel Schaden anrichten kann bzw. konnte). Wir wählten einen Campingplatz, der gut bewertet und dicht am Zentrum war (Ponchartrain Landing). Die letzten Meter vor dem Campingplatz schreckten uns erstmal ziemlich ab, wir fuhren durch ein Hafengelände, das heruntergekommen und zugemüllt war. Wir waren kurz davor umzudrehen, wollten jedoch einen Blick riskieren und wurden positiv überrascht (bzw. durch die Internetbewertungen bestätigt). Der Platz war ziemlich neu und lag am Yachthafen, zudem wurde uns ein Shuttle für 6$ pro Person/Tag zum French Quarter angeboten. Diesen nutzten wir auch direkt am nächsten Morgen. Schon im Shuttle war Mattis wieder der kleine Star und uns fiel erneut auf, wie kinderfreundlich die Amerikaner sind.

Wir blieben sechst Stunden im French Quarter und der Innenstadt von New Orleans. Das French Quarter ist ein sehr schönes und sauberes Viertel von New Orleans und lebt von den kleinen Läden und den Straßenkünstlern. Wir sahen viele Straßenmusiker, die Jazzmusik spielten und dadurch die Stadt lebhaft machen. Auch hier begegneten wir nur freundlichen Menschen. Auf dem French Market gab es alles Mögliche zu essen (u.a. Alligatorstick) und natürlich die typischen touristischen Stände (Schmuck, Shirts…). Neben der Musik ist auch der Vodoozauber in New Orleans zu Hause, weshalb insbesondere im French Quarter in jeder Straße mindestens ein Vodooladen ist. Wir besuchten das Vodoomuseum, ein kleines Gebäude mit vielen Geschichten zum Vodoozauber. Mit seinen 7 Monaten hatte Mattis zum Glück noch keinen Bezug zu irgendwelchen Geistern, weshalb er nur interessiert auf die komischen Figuren starrte. Nachdem wir dann auch noch typisch creolisch gegessen hatten (viel und lecker), fuhren wir mit unserem Shuttle zurück zum Campingplatz.

New Orleans ist eine wunderschöne Stadt, die abends sicherlich auch noch eine Menge zu bieten hat (was wir mit Mattis jedoch nicht ausprobieren konnten und wollten). Mit dem Kinderwagen sind wir überall gut durchgekommen und die Menschen waren sehr hilfsbereit. Der November ist insbesondere mit Kindern eine optimale Reisezeit, da es immer noch angenehm warm ist, jedoch nicht heiß und schwül.

 

Honey Island Swamp

Wenn man in New Orleans ist, muss man auf jeden Fall eine Swamp Tour machen – wurde uns zumindest empfohlen. Wir buchten bei Dr. Wagner Honey Island Swamp Tours und waren total begeistert. Die Sümpfe sind echt sehenswert und mit Glück bekommt man eine Menge einheimische Tiere zu sehen. Wir hatten eine frühe Tour (9 Uhr), weshalb wir zuerst auf dem Fluss fuhren und später in den Sumpf, da die Alligatoren sich eher bei wärmeren Temperaturen zeigen. Mattis war im Ergobaby und mit Mütze und Jacke gut gegen den Fahrtwind geschützt. Die Tour dauerte zwei Stunden und ich hatte die Befürchtung, dass er Hunger bekommen würde und er den Brei verweigern würde (Stillen ist in der Öffentlichkeit nicht gern gesehen). Aber er hielt gut durch und schlief die letzte halbe Stunde im Ergobaby. Wir sahen tatsächlich Alligatoren, Schildkröten sowie Waschbären und konnten bei schönstem Wetter die Schönheit der Sümpfe bewundern. Dieser Ausflug ist wirklich zu empfehlen, da es in Deutschland keine ähnliche Vegetation gibt. Moskitos gibt es glücklicherweise auch nicht.

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